Aufbau einer Saldenliste
Die typischen Spalten einer Summen- und Saldenliste.
Kontonummer und Bezeichnung
Soll- und Haben-Summen
Soll- und Haben-Saldo
Eröffnungs- und Schlusssalden
Von der Saldenliste zum Jahresabschluss
So wird aus der SuSa ein fertiger HGB-Abschluss.
KI-Kontenzuordnung
Bilanz und GuV
Konsistenzprüfung
Saldenliste hochladen und Jahresabschluss erstellen
Der erste Jahresabschluss ist gratis — Saldenliste hochladen und ansehen.
Wie liest man eine Summen- und Saldenliste?
Jede Zeile folgt derselben Rechnung: Eröffnungswert plus Soll-Buchungen minus Haben-Buchungen ergibt den Saldo. Der Eröffnungswert ist der Saldovortrag aus dem Vorjahr. Bei Bestandskonten muss er dem Schlusssaldo der Vorjahresbilanz entsprechen (§ 252 Abs. 1 Nr. 1 HGB); Aufwands- und Ertragskonten beginnen jedes Jahr bei null. Wie der Vortrag gebucht wird, zeigt die Seite Eröffnungsbilanz.
Weil jede Buchung ein Soll und ein Haben hat, sind in einer vollständigen Liste die Summe aller Soll-Buchungen und die Summe aller Haben-Buchungen gleich; dasselbe gilt für Soll- und Haben-Salden. Weicht das ab, fehlt ein Teil der Konten, der Zeitraum ist falsch gewählt, oder Kunden- und Lieferantenkonten sind neben ihren Sammelkonten noch einmal enthalten. Auffällig sind außerdem Salden auf der unerwarteten Seite:
- Eine Kasse im Haben ist unmöglich – es fehlen Einnahmen, oder Ausgaben wurden zu früh erfasst.
- Eine Bank im Haben ist ein in Anspruch genommener Kredit; in der Bilanz gehört er unter die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten.
- Kunden mit Haben-Saldo, etwa nach einer Doppelzahlung, und Lieferanten mit Soll-Saldo werden in der Bilanz auf die jeweils andere Seite umgegliedert, weil Aktiv- und Passivposten nicht verrechnet werden dürfen (§ 246 Abs. 2 HGB).
- Verrechnungskonten wie Geldtransit (SKR03 1360, SKR04 1460) sollten zum Stichtag ausgeglichen sein.
Welche Salden müssen mit welchem Nachweis übereinstimmen?
| Konto (SKR03 / SKR04) | Abgleich mit | Häufige Ursache einer Differenz |
|---|---|---|
| Bank (1200 / 1800) | Kontoauszug zum Stichtag | Umsätze nicht oder doppelt gebucht, Bankentgelte fehlen |
| Kasse (1000 / 1600) | Kassenbuch und Zählprotokoll | Einnahmen oder Entnahmen nicht erfasst |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (1400 / 1200) | Offene-Posten-Liste der Kunden | Zahlung keiner Rechnung zugeordnet, Gutschrift fehlt |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (1600 / 3300) | Offene-Posten-Liste der Lieferanten | Rechnung doppelt erfasst, Skonto nicht gebucht |
| Vorsteuer und Umsatzsteuer (1576, 1776 / 1406, 3806) | Summe der Voranmeldungen des Jahres | Korrekturen nach Abgabe der Voranmeldung, falscher Steuerschlüssel |
| Saldenvorträge (9000) | Saldo null; Eröffnungswerte gleich Schlussbilanz des Vorjahrs | Vortrag vor den letzten Abschlussbuchungen erstellt |
| Gezeichnetes Kapital (0800 / 2900) | Gesellschaftsvertrag und Handelsregister | Kapitalerhöhung nicht gebucht |
Umsatzsteuer-Verprobung mit der Saldenliste: Rechnung Schritt für Schritt
Mit der Verprobung prüfen Sie, ob die gebuchte Umsatzsteuer zu den gebuchten Erlösen passt.
- Saldo des Kontos Erlöse 19 % USt ablesen (SKR03 8400, SKR04 4400): 186.500 €.
- Rechnerische Steuer ermitteln: 186.500 € × 19 % = 35.435 €.
- Mit dem Konto Umsatzsteuer 19 % vergleichen (SKR03 1776, SKR04 3806): Saldo 35.150 €.
- Differenz deuten: Es fehlen 285 € – genau 19 % von 1.500 €. Vermutlich wurde ein Umsatz über 1.500 € netto auf das Erlöskonto gebucht, ohne dass Umsatzsteuer gebucht wurde.
Danach ist die Ursache zu klären: Gehört der Umsatz auf ein steuerfreies Erlöskonto, wird umgebucht; war er steuerpflichtig, ist die Umsatzsteuer nachzuerfassen und gegenüber dem Finanzamt zu erklären. Dieselbe Rechnung gilt für den ermäßigten Satz. Abweichungen entstehen außerdem durch Anzahlungen und durch Erlösschmälerungen auf eigenen Konten. Mehr dazu: Umsatzsteuer-Abstimmung.
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