Aufbau nach DRS 22
Eine Matrix aus Eigenkapitalposten und ihren Veränderungen.
Gezeichnetes Kapital
Kapitalrücklage
Gewinnrücklagen
Ergebnisvortrag und Jahresergebnis
Transaktionen mit Anteilseignern
Überleitung
Wer den Eigenkapitalspiegel aufstellen muss
Wie bei der Kapitalflussrechnung – Pflicht in zwei Fällen.
Kapitalmarktorientierte Kapitalgesellschaften
Ohne Konzernabschluss verpflichtend als Teil des erweiterten Einzelabschlusses (§ 264 Abs. 1 Satz 2 HGB).
Konzernabschluss
In jedem Konzernabschluss verpflichtend (§ 297 Abs. 1 HGB) – das Konsolidierungsmodul erzeugt ihn nach DRS 22.
Zusammen mit der Kapitalflussrechnung
Eigenkapitalspiegel und Kapitalflussrechnung gehören zum selben erweiterten Pflichtumfang.
Eigenkapitalspiegel automatisch nach DRS 22
Der erste Jahresabschluss ist gratis — Saldenliste hochladen und ansehen.
Braucht eine GmbH einen Eigenkapitalspiegel?
Nein, solange sie nicht kapitalmarktorientiert ist – unabhängig von ihrer Größe. Auch eine große GmbH erweitert ihren Jahresabschluss nur um Anhang und Lagebericht (§ 264 Abs. 1 Satz 1 HGB), nicht um einen Eigenkapitalspiegel.
Kapitalmarktorientiert ist eine Gesellschaft nach § 264d HGB, wenn sie Wertpapiere – dazu zählen auch Schuldverschreibungen – an einem organisierten Markt ausgegeben oder deren Zulassung dort beantragt hat. Dieselbe Regel gilt für haftungsbeschränkte Personenhandelsgesellschaften wie die GmbH & Co. KG (§ 264a HGB) und sinngemäß für Unternehmen, die nach dem Publizitätsgesetz Rechnung legen (§ 5 Abs. 2a PublG). Ohne Pflicht zum Spiegel werden einzelne Eigenkapitalbewegungen trotzdem sichtbar:
- der Ergebnisvortrag als Teil des Bilanzgewinns, wenn die Bilanz unter teilweiser Ergebnisverwendung aufgestellt wird (§ 268 Abs. 1 HGB),
- bei mittelgroßen und großen Gesellschaften der Vorschlag oder Beschluss zur Ergebnisverwendung im Anhang (§ 285 Nr. 34 HGB),
- bei der AG die Einstellungen in und Entnahmen aus Kapital- und Gewinnrücklagen in Bilanz oder Anhang (§ 152 Abs. 2 und 3 AktG) sowie die Fortführung der GuV bis zum Bilanzgewinn (§ 158 Abs. 1 AktG).
Freiwillig aufgestellt, macht der Spiegel Ausschüttungen und Kapitalmaßnahmen für Gesellschafter und Kreditgeber nachvollziehbar.
Vorlage mit Beispielzahlen: Eigenkapitalspiegel einer GmbH
Die Vorlage zeigt eine GmbH, die 2025 den Vorjahresgewinn teils einbehält und teils ausschüttet, ihr Stammkapital erhöht und einen Jahresüberschuss erzielt. Jede Zeile addiert sich waagerecht zur Summenspalte, jede Spalte senkrecht zum Endbestand.
| Vorgang | Gezeichnetes Kapital | Kapitalrücklage | Gewinnrücklagen | Gewinnvortrag | Jahresergebnis | Summe |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Stand 1.1.2025 | 30.000 | 5.000 | 22.000 | 4.000 | 41.000 | 102.000 |
| Umbuchung Jahresergebnis 2024 | – | – | – | 41.000 | −41.000 | 0 |
| Einstellung in andere Gewinnrücklagen | – | – | 15.000 | −15.000 | – | 0 |
| Ausschüttung (brutto, vor Kapitalertragsteuer) | – | – | – | −28.000 | – | −28.000 |
| Kapitalerhöhung gegen Bareinlage | 10.000 | 6.000 | – | – | – | 16.000 |
| Jahresüberschuss 2025 | – | – | – | – | 36.500 | 36.500 |
| Stand 31.12.2025 | 40.000 | 11.000 | 37.000 | 2.000 | 36.500 | 126.500 |
Abstimmung mit Bilanz und GuV: fünf Prüfschritte
Brauchbar ist ein Eigenkapitalspiegel nur, wenn er an drei Stellen mit dem Abschluss übereinstimmt: Anfangsbestand mit der Vorjahresbilanz, Ergebniszeile mit der GuV, Endbestand mit der aktuellen Bilanz.
- Die Anfangsbestände entsprechen Posten für Posten der Vorjahresspalte der Bilanz.
- Die Zeile Jahresergebnis entspricht Nr. 17 der GuV im Gesamtkostenverfahren bzw. Nr. 16 im Umsatzkostenverfahren.
- Ausschüttungen stehen in voller beschlossener Höhe im Spiegel; die einbehaltene Kapitalertragsteuer ist bis zur Abführung eine Verbindlichkeit und mindert den Abgang nicht.
- Eine Kapitalerhöhung erscheint im gezeichneten Kapital erst mit Eintragung ins Handelsregister; vorher geleistete Einzahlungen gehören noch nicht in diese Spalte.
- Kreuzprobe: Spaltensummen ergeben die Endbestände, Zeilensummen die Summenspalte. Umbuchungen innerhalb des Eigenkapitals ergeben in der Summenspalte 0.
Bei einer UG gehört die gesetzliche Rücklage nach § 5a Abs. 3 GmbHG in die Gewinnrücklagen; ihre Zuführung ist eine Umbuchung aus dem Jahresergebnis und lässt das Eigenkapital insgesamt unverändert.
Typische Bewegungen und ihre Wirkung auf das Eigenkapital
| Vorgang | Betroffene Spalten | Eigenkapital gesamt |
|---|---|---|
| Gewinnausschüttung | Gewinnvortrag minus | sinkt |
| Einstellung in Gewinnrücklagen | Gewinnvortrag minus, Gewinnrücklagen plus | unverändert |
| Kapitalerhöhung gegen Einlage | gezeichnetes Kapital plus, Aufgeld in die Kapitalrücklage | steigt |
| Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln (§ 57c GmbHG) | Rücklagen minus, gezeichnetes Kapital plus | unverändert |
| Zuzahlung ohne neue Anteile | Kapitalrücklage plus (§ 272 Abs. 2 Nr. 4 HGB) | steigt |
| Erwerb eigener Anteile | gezeichnetes Kapital minus Nennbetrag (offen abgesetzt), frei verfügbare Rücklagen minus Mehrbetrag (§ 272 Abs. 1a HGB) | sinkt |
| Jahresfehlbetrag | Jahresergebnis minus | sinkt |
Schritt für Schritt aus dem eigenen Abschluss: Eigenkapitalspiegel erstellen.
Weiterführende Seiten
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